Ich freue mich über die Initiative unserer FDP-Fraktion in der BVV Mitte für eine Kinderbetreuung während der BVV-Sitzungen zu sorgen. Wir sprechen damit ein wichtiges Thema für Mütter, Väter und die Familien insgesamt an. Dabei geht es für mich um zwei Aspekte: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einerseits, um die Anerkennung von Ehrenamt andererseits. Philipp Kaesler hat an anderer Stelle genau diese Differenzierung völlig richtig vorgenommen.

Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist mir wichtig, dass jede Frau, jeder Mann und jede Partnerschaft ein für sich passendes Modell auswählen können [kann?]. Ob alleinerziehend oder mit Partner; als komplett berufstätiges Paar (jeweils) in Teil- oder Vollzeit oder aufgeteilt in Berufstätiger und derjenige, der Familienarbeit zu Hause macht.

Nur weil man ein passendes Modell gefunden haben mag, heißt es aber noch nicht, dass es im Alltag einfach ist. Es gibt täglich Herausforderungen: Krankheit des Kindes, Überstunden, Reisetätigkeiten und Flexibilität, die der Arbeitgeber fordert.

Und dabei ist für uns Mütter und Väter das Kind doch das Wertvollste und Wichtigste im Leben, das wir haben. Deshalb wollen wir, dass es bestmöglich betreut ist, in der Zeit, in der wir leider nicht da sein können.

Alle diejenigen, die sich politisch engagieren, kennen die Herausforderungen. Politik findet in Deutschland ganz überwiegend in der Freizeit statt. Das bedeutet für viele, dass sie – ob mit oder ohne Kind – nach einem Arbeitstag oder am Wochenende immer zwischen Freizeit oder einem Engagement für die Gesellschaft abwägen müssen.

Für mich bedeutet dies, dass gerade in der Zeit zwischen 16 Uhr, wenn ich das Kind aus der KiTa abhole und 19/20 Uhr, wenn mein Mann die Kinderbetreuung übernehmen kann, politisches Engagement schwierig ist. Genauso wie für Josephine, die jetzt für uns in der BVV sitzt. Gerade in der Zeit bräuchten wir eine Kinderbetreuung!

Dies würde im Übrigen auch ehrenamtliches Engagement Vieler erst ermöglichen. Und diejenigen, die schon in Ämtern sind, die Wahrnehmung der Termine ermöglichen.

Wenn wir uns also einig sind, dass eine Kinderbetreuung für die Kinder der BVV-Verordneten sinnvoll ist, stellt sich natürlich die Frage, ob der Staat dies organisiert und ggf. finanziert? Die Diskussion darüber ist mehr als überfällig!

Was denkt ihr? Wie organisiert ihr die Verbindung von Familie und Beruf? Habt ihr noch Zeit für ehrenamtliches Engagement? Wenn ja, wie macht ihr das? Wenn nein, was bräuchtet ihr dafür? Ich bin gespannt.

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Maren Jasper-Winter